Abstract
Psychische Erkrankungen treten besonders häufig zwischen dem 12. und 25. Lebensjahr auf, mit wichtigen Implikationen für die Pathogenese, Diagnose und Behandlung. Ziel der Arbeit Vor diesem Hintergrund skizzieren wir in diesem Artikel ein „Youth-Mental-Health“-Paradigma, in dem die Früherkennung, Frühintervention und Prävention psychischer Erkrankungen, wie z. B. Psychosen, bipolare Störungen und Persönlichkeitsstörungen, im Jugendalter im Mittelpunkt steht.
Material und Methoden Im ersten Teil des Artikels fassen wir Befunde zu „sensitiven Phasen“ in der Gehirnentwicklung im Jugendalter zusammen, die auf die besondere Plastizität neuronaler Schaltkreise hindeuten, die für präventive Interventionen genutzt werden können. Die Wechselwirkungen mit Risiko- und Resilienzfaktoren im Jugendalter sind ein wesentlicher Grund für das häufige Auftreten psychischer Erkrankungen.
Des Weiteren werden innovative diagnostische Ansätze, wie z. B. „klinische Stadienmodelle“, vorgeschlagen, die eine Voraussetzung für Früherkennung und Frühintervention im Jugendalter sind. Hier sind niedrigschwellige Versorgungsstrukturen sowie altersgerechte Interventionen, z. B. durch digitale Ansätze, erforderlich, um Jugendlichen einen besseren Zugang zu klinischen Angeboten zu ermöglichen. Diskussion Die Früherkennung und Frühintervention bei psychischen Erkrankungen stellen möglicherweise einen wichtigen Ansatz für die Forschung und Klinik dar, um langfristig die psychische Gesundheit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verbessern.
